Bei dem Thema Bankencrash fällt mir gerade ein, dass wir hier vor Ort auch einmal so eine Lumperei am Laufen hatten.
Es liegt einige Jahre zurück, als der örtliche Frisör, ein arroganter Schnösel, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzte, plötzlich zum Börsenguru mutierte oder zumindest meinte, dass er davon Ahnung hätte und zusammen mit einem anderen Typen, nicht weit weg von hier, mehrere Bewohner des Landkreises um ihr Erspartes brachte.
Man muss sich einmal vorstellen, dass da eine jährliche Verzinsung der Einlagen von sage und schreibe 96 % versprochen wurde.
Na ja, die Masche war eigentlich ganz einfach. Diejenigen, die gleich am Anfang dabei waren, bekamen tatsächlich diese Verzinsung, ein überzeugendes Lockmittel, sodass auch andere die Chance ihres Lebens gekommen sahen und auf den Zug aufsprangen.
Um den Bericht abzukürzen, die Geschichte ging natürlich so aus, dass am Ende 400 Millionen Euro in den Sand gesetzt wurden und sich mindestens einer hier aus meinem Wohnort aus dem Leben verabschiedet hat.
Kurioserweise ist sein Bruder Sparkassenleiter in einem Nachbarort. Da sagt mir dann der gesunde Menschenverstand, dass man sich bei irgendwelchen Geldanlagen doch besser vom großen Bruder beraten lassen sollte als ins offene Messer zu laufen, zumal man auf dem gleichen Grundstück wohnt. Damals titelte die Lokalpresse als der ganze Schmu aufflog „ Gier frisst Hirn“.
Dem ist in Anbetracht der gegenwärtigen Finanzkrise nichts mehr hinzuzufügen.
Inwieweit die Verursacher, besagter Frisör mit Kompagnon zur Haftung gezogen wurden entzieht sich meiner Kenntnis.
In jedem Fall war der Frisör nicht im Knast und hat seinen Laden noch hier und macht jetzt in Aloe Vera Produkten und hat sich wohl so einem „Tschaka, Du kannst es“ Verein angeschlossen. Wenn ich nun sehe, welche Ausmaße der Schaden dieser Geschichte im Vergleich zu meinem Kneipenkollaps hat, der ja dazu führte, dass ich als Versager angesehen wurde und werde, frage ich mich schon, welche Verdienste sich solche Leute wie der Frisör hier erworben haben, dass es ihnen eben nicht genauso geht.
Wie gesagt, da kommt immer noch die Kundschaft zum Haareschneiden und mit den Aloe Vera Produkten läuft es nach einem Schneeballsystem, wobei dieser Mann auch schon wieder etliche von der Güte „seines“ Produktes überzeugen konnte.
Es ist schon seltsam, dass man hier einigen mit einem totalen Vertrauensvorschuss begegnet, die, ich nenne die Zahl von 400 Millionen Euro gerne noch einmal, Leute an den finanziellen Abgrund gebracht und Existenzen vernichtet haben, also im wahrsten Sinne über die Klinge ( des Barbiers ) haben springen lassen, während meine Person hier geächtet ist, weil sie eine Kneipe in den Sand gesetzt hat und der Teilhaber, dessen Charakter man eigentlich auch kennen sollte, keine Chance ausließ mich in die Pfanne zu hauen, um sich selber rein zu waschen.
Da stehen die Dinge in keiner vernünftigen Relation zueinander und man muß sich fragen, ob man mit solch einem Menschenschlag überhaupt etwas zu tun haben will. Nach meinen Ausführungen kann sich die Antwort jeder selber geben.
Ich habe wirklich noch nirgends wo ich aufgetaucht bin solche eigenartigen und hinterfotzigen Leute kennen gelernt wie hier. Ich könnte es mir ja einfach machen und gehen, aber dann hätte ich ja nichts mehr über dieses verquere Kaff zu schreiben, und ihr nichts zu lesen.